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Ausstellung des Monats November 2003

Ausstellung des Monats

Oktober 2003

"Es gibt ein Ziel, aber keinen Weg"

Eugène Delacroix
Sonderausstellung des Landes | Staatliche Kunsthalle Karlsruhe
vom 01.11.2003 bis 01.02.2004

Sieben 7 Sekunden sieht der durchschnittliche Museumsbesucher ein Bild in einer Ausstellung an, bevor er weitergeht. Diese – aus amerikanischen Untersuchungen stammende - Zahl nannte ZKM-Chef Peter Weibel bei der Eröffnung der Ausstellung "fast forward".
Bei einer Pressevorbesichtigung zu einer Ausstellung hat man normalerweise keine Zeit. 7 Sekunden pro Bild? - unvorstellbarer Luxus.
Trotzdem: aus Konvention, aus Respekt vor der Kunst und wegen des schönen Rahmens, den die Räume der Kunsthalle nun einmal bieten, bewege ich mich doch eher langsam bis ich plötzlich gebannt stehen bleibe:

Eugène Delacroix: Zwei tote Pferde auf dem Schlachtfeld, 1824
(Les deux chevaux mort sur le champ de bataille)
Öl auf Leinwand, 48,3 x 56,5 cm
Bez. unten rechts: Eug Delacroix
Den Haag Museum Mesdag; Inv. Nr. hwn 112
Vergrößerung (109 KB)

"Zwei tote Pferde auf dem Schlachtfeld" ist der Titel des Bildes, das mich stoppt:
Delacroix gilt ja als der große Meister der französischen Romantik, doch dieses Bild, die beiden toten Pferde, kann ich zunächst kaum verbinden mit meinen Vorstellungen der Romantik, etwa der "Sehnsucht nach der geheimnisvollen Ferne". In der romantischen Kunst hingegen bestand das oberste Ziel ja darin, sich im Inneren eine eigene Welt zu schaffen ...
"Die Welt muß romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn des Lebens wieder." (Novalis)

Schlegel hatte die romantische der antiken Kunst gegenübergestellt: Die antike Kunst war geprägt von Aristoteles' "Nachahmungsprinzip": Der Dichter sollte die bereits vorhandene, vorgegebene Wirklichkeit nachahmen...

So findet sich auch in vielen Bildern bei Delacroix, vor allem in den Tiermotiven, eine Welt, von der zu träumen schön ist. Die beiden toten Pferde aber zeigen unsere reale Welt: die Kreatur als Opfer der sinnlosen Grausamkeiten der Menschen, deren Destruktivität den Idealen der Romantik offenbar unendlich fremd ist. Vielleicht zeigt uns Delacroix, wie unerreichbar eine romantisierte Welt für uns ist.

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