| Die Gegenwart der Zukunft
5 Versuche über den Künstler Adrian Florea(zwischendurch Nachdenken) Schauspieler - dachte ich. Doch dann war alles viel schwieriger. Zwar erfahre ich später, daß er zwar eine Schauspielschule besucht hat, aber er ist nicht "einfach" Schauspieler; wir müssen weiter ausholen, um der künstlerischen Arbeit von Adrian Florea auf die Schliche zu kommen. Gestern hat er mich besucht und Bilder seiner Arbeit (auf Papier und digital auf CD) mitgebracht, die eher nahelegen, ihn in die Schublade der dreidimensionalen Kunst zu packen; die Fotos seiner Arbeiten jedoch hat er mit den üblichen EDV-Tools bearbeitet; "verfremdet" hätte man früher gesagt - heute sind diese digitalen Bilder originäre Kunst. Es geht also auch um Medien und damit geht es für mich implizit auch um unsere Mediengesellschaft, unabhängig davon, ob Adrian seine Arbeit auch politisch versteht. Nach dem längerem Gespräch sind wir gemeinsam zur Eröffnung der Hochschule für Gestaltung gefahren, wobei wir über alles mögliche sprachen; unter anderem auch über Science Fiction und über konkrete Utopien.
TOKH Big (23 K) auf Klick Fakt ist: Adrian erinnert mich mit seinen idealistisch anmutenden Ideen an die Vergangenheit und mit seiner Kunst an die Zukunft. Später erfahre ich noch, daß Adrian offenbar Begriffe wie Politik, Leben , Gesellschaft in ihrer Trennung ("Begreifen" ist immer auch "Abgrenzen") nicht akzeptiert. Mit "Anwesenheit=Gestaltung" beschreibt er seine Sichtweise und gleichzeitig sein künstlerisches Konzept. Vergangenheit, Zukunft - wie können wir das verbinden? Genau: dazwischen liegt die Gegenwart: Die Gegenwart ist heute auch nicht mehr das, was sie schon damals nicht wirklich war. So meine verallgemeinerte und korrigierte Neuformulierung einer Variante der alten Volksmundweisheit: "Früher war alles besser". Beenden wir hier besser die Nachdenkerei. Nur eines noch: früher war dreidimensionale Kunst "Bildhauerei".
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