| Wie ein Werk der Konkreten Kunst mutet "Color of Shadow C 1022" an, doch das Bild von 2005 ist eine Fotografie von Hiroshi Sugimoto. Diese ein wenig rätselhafte, präzise und ruhige Arbeit gehört zur Sammlung Arthur de Ganay. Gebürtig aus Paris und seit sechs Jahren in Berlin beheimatet, ist de Ganay "mit Leib und Seele der Kunst verfallen". Seine Schätze bilden die Sonderschau der kommenden art KARLSRUHE.
Die Ausstellung, gezeigt in der erstmals bespielten Halle 1, bietet Einblicke in die Schwerpunkte der Leidenschaft des Architekten, der bereits während seines Studiums, Mitte der neunziger Jahre, damit begann, Fotografie zusammenzutragen. Sein Blick veränderte sich in Berlin: Er interessiert sich seit dem Umzug an die Spree vor allem für die deutsche Fotokunst und konzentriert sich auf große Formate. Für die art KARLSRUHE baut er seine Räumlichkeiten, in denen er in der Köpenicker Straße in Kreuzberg die konzeptuell geprägte Lichtbildnerei präsentiert, getreu nach, um den Besuchern eine möglichst exakte Vorstellung von einer Komposition aus Raum und Kunst zu vermitteln. Die Dimensionen und die beeindruckenden Perspektiven dieser sachlich-analytischen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit provozieren: Weitgehend unmanipulierte Interieurs von Candida Höfer, nie vollendete Autobahn-Leichen des "Projekts der Deutschen Einheit", ins Bild gerückt von Hans Christian Schink, Lewis Baltz' Rechenzentrum einer Bank – das sind Bilder, die erst einmal kühl und distanziert das Schaffen des Menschen kritisch, aber nicht urteilend in den Sucher nehmen.
Übrigens: Messe-Kurator Ewald Karl Schrade hat wieder 18 Skulpturenplätze für die art KARLSRUHE 2009 (5. bis 8. März) vorgesehen. Darunter die Vorstellung raumgreifender Medien-Arbeiten von Fabrizio Plessi am Stand der Galerie Dr. Dorothea van der Koelen, Mainz/Venedig.
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