| Max Zachmann wurde 1892 in Heidelberg geboren. Nach Schule und Militärdienst begann er 1910 eine Ausbildung an der Karlsruher Kunstgewerbeschule und wechselte 1912 an die Großherzoglich Badische Kunstakademie Karlsruhe. Als der erste Weltkrieg ausbrach, meldete sich Zachmann vermutlich freiwillig zum Kriegsdienst und war zunächst bei der Kavallerie, später als Luftwaffenbeobachter in Flandern eingesetzt. Am 18. September 1917 fiel er im Alter von 25 Jahren bei einem Luftkampf in der Nähe von Kortrijk.
Max Zachmann waren nur wenige Jahre künstlerischer Arbeit vergönnt: Zwischen 1910 und 1917 jedoch entfaltete sich sein Werk in faszinierender Intensität, getragen von dem unbedingten Willen zur Kunst. In rascher Folge durchlief Zachmann verschieden Schaffensphasen. Nach ersten, akademisch wirkenden Studien entdeckte er 1910 die Technik der Lithographie, die er bald virtuos handhabte. Die Begegnung mit der symbolistisch überhöhten Kunst Ferdinand Hodlers gab seinem Werk ab 1911 eine neue Richtung. Linie, Form und eine befreite Farbigkeit entwickelten sich zu dominanten Ausdrucksmitteln. Unter dem Eindruck der aufkeimenden avantgardistischen Kunstströmungen – „Brücke“-Expressionismus, Fauvismus, Kubismus und Futurismus – emanzipierte sich Zachmanns Werk Ende 1912 formal endgültig vom Naturvorbild. 1913 und 1914 entstanden zahlreiche Aquarelle, Gouachen, Gemälde und vor allem Linol- und Holzschnitte, mit denen der Künstler einen eigenständigen Beitrag zur expressionistischen Kunst leistete. Bald stellten sich erste künstlerische Erfolge ein, doch diese Entwicklung fand mit dem Ausbruch des Kriege ein abruptes Ende. Aber Zachmann blieb auch als Soldat künstlerisch tätig. Mit der Darstellung von Zerstörung, Gewalt und Leiden verarbeitete er die erlebten Gräuel in erschreckender Intensität. Seine zwischen 1915 und 1917 entstandenen Werke wurden zum erschütternden Spiegelbild des so furchtbar Erlebten und können den Kriegsdarstellungen eines Otto Dix, Franz Marc oder Ludwig Meidner gleichberechtigt an die Seite gestellt werden.
Dazu zwei Bilder: "Die Wäscherin", 1913 o.T. (Feldarbeit), 1913
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