| In der Kälte der Exilerfahrung wird die erinnerte Heimat zum gelobten Land. Doch bei der Rückkehr ist sie nicht mehr, was sie einmal war. In der nüchternen Schilderung der Exilsituation, der gesellschaftlichen und menschlichen Entfremdung, des utopielosen bürgerlichen Grau-in-Grau, dem selbst der einst so überschäumende Figaro verfällt, mutet das Stück in vielerlei Weise vorausschauend aktuell an.
Szenenfoto: Gudrun Bublitz Die Inszenierung ist in Koproduktion mit dem Schauspiel Staatstheater Stuttgart entstanden. Der Karlsruher Oberspielleiter Donald Berkenhoff inszenierte mit Schauspielern aus beiden Häusern in Stuttgart, die Inszenierung hatte am 15.3.2003 in Stuttgart Premiere und steht in dieser Spielzeit in Karlsruhe auf dem Spielplan. Ödön von Horváth wird 1901 als eine "typisch altösterreichische Mischung, ungarisch, kroatisch, tschechisch, deutsch" geboren. 1919 siedelt die Familie nach München über. Seine "Volksstücke" machen ihn in den frühen 3Oer Jahren bekannt. 1934 verlässt er Deutschland, 1938 wird er in Paris vom Ast eines Baumes erschlagen. Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais (1732-1799) wird als Sohn eines Uhrmachers geboren. Er ist Geschäftsmann, Waffenhändler, Politiker, geheimer Emissär des Königs, Verleger und ganz nebenbei auch Schriftsteller, dem wir die unsterbliche "Figaro"-Trilogie verdanken.
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