| Christian Möllers Kunst hat mich erst an diesem Abend erschlagen: wie ein Schock treffen mich diese Arbeiten, die auf den ersten Blick Unruhe und Gewalt auszudrücken scheinen. Von ganz tief innen kommen sie; in der Einführung zur Ausstellung war gar von "ausgekotzten Gefühlen" die Rede, was für mich nicht zu stimmen schien.
"Bei der Verleihung des Staatsstipendiums für geistige Aufklärung erinnern wir uns an den Tafeldienst", 1995 Acrylbinder und Pigment auf Baumwollgewebe; 146 x 230 cm Auf den zweiten, besser dritten Blick erscheint es mir dann, als würde ich in einen Spiegel schauen. Ich habe eine Ruhe in den Bildern entdeckt, eine Abgeschlossenheit – nicht im Sinne von "verschlossen", sondern als ein abgeschlossener Arbeitsprozeß.- Dieser eine Ausdruck ist getroffen, das Bild ist fertig.
Als ich diesen Anfang noch mal lese, erschrecke ich: erst Unruhe und Gewalt, dann ein Spiegel. Beides stimmt, obwohl ich nicht gewaltätig bin; die Unruhe war stark, denn am morgen des Eröffnungstages hatte ich einen sehr wichtigen und positiv verlaufenen Termin, den ich bei dieser Gelegenheit ein wenig feiern wollte.
weiter bitte. | |