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Wir leben in einer Symphonie. Wir sind umgeben von Klängen, Rhythmen und Melodien.
Jedes Rascheln eines Blattes im Wind, jeder Schritt auf der Straße, das Bellen eines
Hundes, ein Lachen nebenan, das Klappen einer Tür. Aber auch jedes Motorengeräusch,
jeder Preßlufthammer, eine Kreissäge, sogar das Kofferradio unseres Nachbarn
ist Teil des einen großen, niemals endenden Musikstückes in dem wir leben. Und
wir hören ihm zu - immer, wir können unsere Ohren nicht verschließen wie
unsere Augen. Noch bevor wir denken konnten, hörten wir bereits.
Zunächst und zumeist hören wir Geräusche, "Klänge des Alltags", die
uns warnen, die uns beruhigen, die uns erregen oder entspannen oder die ganze Geschichten
erzählen und - die uns erfreuen oder stören. Jeder dieser Umweltklänge
repräsentiert bestimmte Ereignisse oder Sachverhalte und genau wie bei diesen kann
man Unterscheidungen treffen wie angenehm oder unangenehm, nützlich oder unnütz,
aufbauend oder zerstörerisch, interessant oder langweilig.
Den unglaublichen Reichtum der Alltagsklänge als "pures" Klangereignis zu entdecken
und zu untersuchen, war Pierre Schaeffers Verdienst, seine Arbeit war die Grundlage aller
weiteren Entwicklungen der elektroakustischen Musik.
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Allerdings muß man ihm heute in zwei Hauptpunkten widersprechen, zum einen bemühte
er sich, die aufgezeichneten Geräusche völlig wertfrei, quasi "objektiv" zu
betrachten und kategorisieren und zum zweiten ging er (dies sein romantisches Erbe) davon
aus, ein Geräusch müsse erst von seinem konkreten Bedeutungsgehalt "befreit"
werden, um "rein musikalisch" verwertbar sein zu können (er hatte also eine Idee davon,
was Musik "eigentlich" sei).
Von diesem geschichtlichen Ballast befreite uns John Cage, von Konventionen, ja sogar von
der Enge und Vorhersehbarkeit der eigenen Intention. Er erreichte dies nicht nur durch die
Originalität seiner Werke, sondern vor allem durch seinen philosophischen Ansatz des
Geschehen-Lassens, seinem umfassenden Respekt vor der Freiheit der Welt und ihren
Klängen, sowie seinem Begriff von "Stille".
Dies, zusammen mit dem Entwurf einer "sozialen Skulptur" von Joseph Beuys und dem dezidiert
ökologischen Aspekt des "soundscape" von Richard Murray Schafer, prägte den hier
vorgestellten künstlerischen Ansatz. Mittlerweile verstehe ich insgesamt meine Arbeit
als die Aufgabe, diese unterschiedlichen Aspekte weiterzuentwickeln und vor allem,
künstlerisch zu integrieren.
weiter bitte
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