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Der Baum – Sein und Wirken der Natur
"Alte knorrige Apfelbäume haben es mir besonders angetan. Und auch was in den Zwischenräumen der vielen Äste passiert, interessiert mich enorm." – Dies bekannte Christa Germann-Besson einmal in einem Interview. In dieser Aussage ist alles enthalten, was den Baumdarstellungen zugrunde liegt: Die Motivation zum Malen des Motivs geht vom Erlebnis, von der Begeisterung und von Entdeckungen und Einsichten in die Bedeutung des Motivs aus. Der Baum, ob vereinzelt, als Gruppe oder Allee, ob als majestätisch emporragender oder gefällter Stamm, ist bei Christa Germann-Besson stets mehr als nur ein Baum. Er ist für die Künstlerin Sinnbild des Umfassenden der Schöpfung, von der der Baum ein symbolträchtiger Bestandteil ist. Er ist für sie Sein und Wirken der Natur. Wie sehr für Christa Germann-Besson Bäume zum Sinnbild für den Lebenszyklus von Natur und Mensch wurden, dokumentieren auch die zahlreichen Gedichte, die sie zu diesem Thema verfasst hat und welche die Phänomene der Natur und damit verbundene Stimmungen einfangen.
Bäume sind bei Christa Germann-Besson somit „Diener“ ihrer Komposition. Ihre Malweise steht in der Tradition der Impressionisten und Paul Cèzanne. Zu erkennen ist eine Nähe zu den schwäbischen Neoimpressionisten, insbesondere zu Manfred Henninger, dessen Meisterschülerin an der Stuttgarter Kunstakademie sie war. Ihr Ausdruck ist dabei mitunter äußerst expressiv. Deshalb legt sie weniger Wert auf das einzelne Detail und die botanische Richtigkeit als auf die Gesamtschau aus Farbigkeit, Stimmung und Tiefenwirkung. Man spürt die Wärme der Sonnenstrahlen, die Kälte des Winterschattens. In ihren Bildern hat Christa Germann-Besson zwar immer wieder die Grenzen der Gegenständlichkeit ausgelotet – den Weg in die Abstraktion eingeschlagen hat sie aber nie.
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