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"Bekommen sie auch so gerne Post?" fragt werbend derzeit die Deutsche Post und gibt auf die
rhetorische Frage gleich die Antwort: "Dann schicken sie doch mal wieder welche." Ich nicke
still bekennend; wer bekommt nicht gerne Post! Kaum schließe ich den Briefkasten auf:
Rechnungen, die übliche Werbung (wäre nun nicht nötig gewesen) und ein roter
Zettel. Postrot und markant. Man hat mir geschrieben. Und gleich ein Päckchen. Noch
besser denke ich, doch halt, da steht: Heute nicht - erst morgen. Aber von der Weihnachtszeit
sind wir ja im Dulden geübt, aus Höflichkeit, aus der Kindheit und vom Parkhaus.
Geduld ist weiter gefragt.
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Noch vor wenigen Jahren habe ich mich in solchen Fällen auf das Fahrrad gesetzt, bin
fünf Minuten geradelt und war am Postamt. Dort gab es das heißersehnte Päckchen.
Das Postamt steht dort immer noch. Mein Päckchen hat es nicht. Nicht mehr. Die Post will es
so, weil mein Bezirk für die Herren, die einst auch die fünfstellige Postleitzahl am
Kaffeetisch ausgeheckt haben und wissen, dass Karlsruhes Weststadt in Beiertheim liegt, von
Bonn aus zum Bahnhof gehört. Statt fünf Minuten auf dem Rad bringe ich jetzt 15
Minuten im Auto zu. Mindestens.
Weiter, bitte
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