| von Harald Schwiers
Karlsruhe/Berghausen. (hs) In seiner Heimat misst das Thermometer im Winter mindestens 20, eher 25 Grad, plus, versteht sich. Und das Meer ist angenehm warm. Dennoch fühlt sich Pavel Miguel, von seinen Freunden kurz Pablo genannt, in Karlsruhe mehr als wohl. Seine Heimatstadt Cienfuegos auf Kuba hat Pavel seit Jahren nicht mehr gesehen. Auch die Familie wartet auf Besuch. Telefonieren ist teuer; der Kontakt läuft meist per E-Mail. Aber Pablo hat ständigen Kontakt mit seiner Familie und manchmal plagt ihn auch ein wenig Heimweh. Nicht der Temperaturen wegen, sondern wegen der Blutsbande.
Bild oben:Pavel Miguel Pavel Miguel hat 1999 in Karlsruhe seine künstlerische Heimat gefunden, nachdem er zuvor nur Gast in der Fächerstadt war, hier gearbeitet hat, Freunde fand, die ersten kleinen Erfolge sich einstellten und er die Menschen lieben und die interessante und vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten in der Majolika schätzen gelernt hatte. Mit der deutschen Sprache haperte es anfangs logischerweise ein wenig, aber „wer will, der kann“, sagte sich Pavel und die Verständigungsprobleme waren sehr schnell beseitigt. Wenn es mal klemmt, dann kommt eben mal ein spanisches Wort dazwischen und mit den Händen spricht Pablo sowieso, seinem Naturell und der Herkunft gemäß.
Seitdem ist Pablo also Wahl-Badener und lebt in einer kleinen Wohnung, die gleichzeitig als Atelier dient, am Rand Berghausens, einen Steinwurf von der Pfinz entfernt. „Zu hause hatte ich das Meer, hier den Fluss – was will ich mehr“, sagt Pavel über seine neue Heimat: Will er vertraute Klänge hören, verzieht er sich zum Arbeiten, Denken oder Experimentieren nach Barcelona. Und die Muttersprache öffnet dem vielseitigen Künstler manche Tür zu Galerien und Museen, und nicht nur in Katalonien, die hier nicht so leicht aufginge.
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