| Das passt doch haargenau, so dachte ich zunächst, in die Reihe unserer KünstlerInnenporträts, wo wir ja seit längerer Zeit suchen – nach Verbindungen und Übergängen zwischen Bildender Kunst und verbaler Sprache. Eine Kunstform wie diese hier, die beide Welten integriert, sollte uns neue Einsichten erlauben.
Heide Hatry – Heads and Tales Zunächst war dies sehr schwierig: Bei der Vernissage gab es ein Gespräch mit der Künstlerin und der Kunsthistorikerin Dr. Kristina Hoge und auch mehrere Lesungen , doch natürlich konnten nur einige der Texte gelesen werden. Und in diesem Rahmen war es wohl keinem der sehr zahlreichen Besucher möglich, die Texte, die jeweils neben den Bildern ausgedruckt hingen, mit der gebührenden Konzentration zu lesen.
Zu sehen sind in der Ausstellung nicht die Skulpturen selbst, sondern Fotografien der Skulpturen. Heide Hatry selbst hat die Fotografien gemacht, doch spielt das Fotografieren als künstlerisches Medium hier keine entscheidende/verändernde Rolle. Die technisch hervorragenden Fotografien dokumentieren die Skulpturen, nicht mehr und nicht weniger.
Doch auch später, nach genauer Lektüre der Texte im Ausstellungskatalog: Heads and Tales, erschienen bei Charta Art Books, New York/ Mailand, 2009, will es mir nicht gelingen, die Skulpturen und die Texte dazu wirklich zu einer Einheit zu verbinden. Anstatt mit zahlreichen Beispielen viele Seiten zu füllen, kommen wir gleich zu (meiner ganz persönlichen) Schlußfolgerung: die Textbeiträge der verschiedenen Autorinnen - teils schockierend, teils erheiternd, immer berührend - reichen an die Tiefe der Skulpturen nach meinem Empfinden nicht wirklich heran.
Im Gespräch mit der Künstlerin endlich wird mir klar, was die Quelle der besonderen Ausstrahlung dieser Werke ist: es ist die Haut der Köpfe – Schweinehaut.
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