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Kunsthalle Würth in der Virtuellen Kulturregion SWO

Frau im Bild
Inszenierte Weiblichkeit in der Sammlung Würth
(02. März 2002 - 01. Januar 2003, täglich 10 - 18 Uhr )
Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall
Online-Preview
Angebot an Führungen

Bereits zum zweiten Mal widmet sich eine ausschließlich aus den Beständen der Sammlung Würth kuratierte Ausstellung dem Thema »Bildnisse«. Doch während die 1995 realisierte Schau »Der Blick hinter den Spiegel. Bildnisse und Selbstbildnisse in der Sammlung Würth« einen, im Rahmen der Sammlungsmöglichkeiten, recht weit gefassten Blick auf die Geschichte des menschlichen Körpers und besonders auch des menschlichen Gesichtes in der Kunstgeschichte der letzten hundert Jahre versuchte, ist die aktuelle Ausstellung, mit rund 80 Exponaten, allein dem »Frauenbildnis« des gleichen Zeitraumes gewidmet und damit auch den in der Regel männlich konstruierten Vorstellungen von Weiblichkeit. Denn selbst im 20. Jahrhundert findet eine männliche Dominanz der Kunstproduzenten ihr Gegenstück in einer Vielzahl von Frauendarstellungen – oft Aktbildern – auf allen Gebieten der bildenden Kunst. Damit gehen komplementär konstruierte Rollen wie Maler und Modell, "männlicher Blick" des Subjekts und die zum Objekt gemachte Frau oder kulturschaffender männlicher Künstler und die reproduktive weibliche Natur einher. So lassen sich am »Frauenbildnis«, das neben neuen Konfigurationen auch weiterhin das gesamte Spektrum tradierter Frauenrollen von der Hure bis zur Heiligen aufweist, oftmals nicht nur kunst- und kulturgeschichtliche, sondern auch aufschlussreiche soziokulturelle Verhältnisse ablesen.

Picasso beispielsweise benutze das Atelierbild zum Vorwand für eine Fülle von Feststellungen, die sein Verhältnis zur Frau, zur Kunst und zum Tod in aufschlussreicher Weise beleuchten. Auch Edward Munchs häufig symbolische Frauengestalten sind von einem sehr ambivalenten Frauenbild gepägt: Seine Madonna aus der Serie der Liebe zeigt er im Augenblick der Empfängnis.

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