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Käptn Korks Weine des MonatsDie Sprache des Weins ist eine, die Konzentration und Muße fordert. In der geistigen Verknüpfung von olfaktorischen Eindrücken und dem verbalen Ausdruck begibt sich der Ungeübte oft aufs Glatteis. Jedoch durch Offenheit gegenüber der mannigfaltigen Welt der Düfte, die uns permanent im Alltag umgeben, können Sie sich mit etwas Übung leicht dafür sensibilisieren. Die besten Bedingungen, um Ihren Assioziationsspeicher zu füllen, finden Sie zum Beispiel auf einem Wochenmarkt mit seinem Füllhorn an Düften. Begeben Sie sich an die Stände und beschnuffeln Sie alles, was Sie in die Hände bekommen können. Nach und nach wird sich Ihre Geruchsbibliothek ausbauen…
Wein bietet hierbei mit seinen bis zu 800 geruchs- und geschmacksaktiven Substanzen eine tolle Spielwiese für diese Thematik.
Warum riecht Riesling nach Quitte, Apfel und Pfirsich, oder je nach Terroir nach Feuerstein, Noten von Petrol oder Schmauch? Unsere Pflanzenwelt verfügt über ein bestimmtes Muster an chemischen Verbindungen, die für Geruch und Duft verantwortlich sind. Jene Muster tauchen, in sich verändernden Konzentrations-verhältnissen, mal in Früchten, Gemüse, Blumen, Gräsern, oder eben auch Trauben vor. Parallelen wie bestimmte Aromastoffe sind geblieben, und so finden sich zum Beispiel die gleichen Thiolverbindungen in der Maracuja wie in der Riesling-Traube oder nahezu identische Monoterpene in der Rose, der Litschi und dem Riesling.
Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Schon Kant schrieb deshalb nicht ohne Witz: "Das Geschmacksurteil selber postuliert nicht jedermanns Einstimmung, es sinnet nur jedermann diese Einstimmung an." Übereinstimmung aber soll nicht unser gänzliches Ansinnen sein, vielmehr schöpfen sich unsere Bewertungen aus einem reichen Erfahrungsschatz, den wir uns auf unzähligen Weinproben hart ersoffen haben. Da wir an unsere eigene Weinbereitung in gleichem Maße hohe Ansprüche stellen wie auch an die hier beurteilten Weine, können Sie sich auf ein faires Urteil verlassen.
Im monatlichen Wechsel werden wir Ihnen drei unterschiedliche Stiltypen aus Weingütern unserer Präferierung präsentieren. Diese werden sich zusammensetzen aus einem unkomplizierten leichten Alltagswein, irgend etwas dazwischen und einem und extraktreichen authentischen Klassiker mit Anspruch.
Wenn Sie mehr über die Kunst des Weinmachens erfahren möchten, dann können Sie sich hier bald in unserem Weinglossar "WeinWerden" einen Überblick über den theoretischen Background und die wesentlichen Verfahren der gängigen Praxis verschaffen. Und sollten wir doch einmal von einem gut etikettierten Blender hinter die Fichte geführt werden, so freuen wir uns über konstruktive Kritik Ihrerseits.
Zum Wohl,
Ihr Frank Wiethe und Siegfried Mayer
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