| Ralf Jandl, der Autor – Pseydonym Karl Napf – war viele Jahre Ministerialrat im Stuttgarter Wissenschafts- und Kunstministerium, und er hat manches Erlebte aus dieser Zeit notiert, literarisch mit Sinn für Humor publiziert. In dieser Tradition auch das neue Buch – schon der Titel „Der wahre Jakob“ indiziert Karl-Napf- Geschichten feinster Provenienz. Alle Geschichten drehen sich um den „Schwaben“ – und zwar um den Schwaben, der sich eigentlich selbst genügt, der im Mittelpunkt der Welt lebt und dem alles drumherum Beigabe ist. Karl Napf hält „seinen“ Schwaben – er selbst ist zwar im Riesengebirge geboren, kam aber als Dreijähriger nach Württemberg und wurde zur literarisch-wortgewaltigen schwäbischen Institution – den Spiegel vor: alles, was den Schwaben ausmacht, findet man in diesen „wundersamen Geschichten“ – die den Schwaben lebenslang begleitende Skepsis, die ihm anscheinend angeborene Verschlagenheit, die Bodenhaftigkeit, die sich seltsam mit dem Drang in die Welt hinaus vereint, die Staatshörigkeit, die sich mit einer derben Aufmüpfigkeit paart ... Dies alles gepackt in eine biographisch angelegte Geschichte, die seltsame Erlebnisse und realistische Träume vereint. Wer Schwaben verstehen will, sollte dieses Buch gelesen haben.
Karl Napf: Der wahr Jakob. Das wundersame Leben des Emmerich Pulcher. 304 S., geb., Deutsche Verlags Anstalt, Stuttgart 2003.
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