| Das Mönchtum findet man in allen großen Religionen – über die Jahrhunderte und Kulturen hinweg in einer nahezu unbeschreibbaren Vielfalt.
Im Verlag Schnell und Steiner ist jetzt ein Buch erschienen, das dem Anspruch "historischer Atlas" von der ersten bis zur letzten Seite gerecht wird. Dem Herausgeber Juan Maria Laboa, Professor für neuere Kirchengeschichte an der Universidad Pontificia Comillas in Madrid, ist es gelungen, exzellente Fachleute für die Einzelbeiträge des Buches zu gewinnen.
Mönche im Hinduismus, Buddhismus, antike Mönchsgemeinschaften werden vorgestellt, der Schwerpunkt des Buches sind aber die großen christlichen Mönchsorden des Westens und Ostens. Eine übersichtliche Gliederung in die Universalität, die Ursprünge des Mönchstums, die Traditionen monastischer Kultur im Westen und im Osten erlaubt schnelle Orientierung.
Dabei lebt das Buch auch von seiner reichen Ausstattung: von seiner Bebilderung mit Fotos, mit Beispielen der Kunst der jeweiligen monastischen Ausrichtungen und sorgfältig erarbeiteten Grafiken über Wirkungsrichtungen klösterlicher Zentren. Grundlegende Beiträge erschließen dem Leser Zusammenhänge und Entwicklungen, sodass ein Anliegen des Buches, die Universalität der monastischen Lebensform zu erarbeiten, nachvollziehbar wird.
Damit werden beim christlichen Mönchstum die Lebensräume rund um das Mittelmeer in Beziehung zueinander gestellt, natürlich werden auch geschichtliche Entwicklungen der Epochen in die Beiträge mit einbezogen. Zu den spannendsten und aufschlussreichsten Kapiteln des Buches gehören diejenigen, welche sich mit herausragenden Persönlichkeiten wie den Hl. Benedikt, den Hl. Bonifatius oder Anselm von Canterbury beschäftigen und bei denen detailreich gezeigt wird , wie deren Wirken das Mönchtum beeinflusste.
Die Auswirkungen der Reformation auf das Mönchtum untersucht ein eigenständiges Kapitel wie auch die Renaissance des protestantischen Mönchtums unter Einbeziehung der ökumenischen Denkweise. Am Schluss des Buches wird noch auf den monastischen interreligiösen Dialog – als zukunftsweisende Entwicklung und Grundlage eines neuen Engagements – eingegangen.
Ein sinnvoll durchstrukturiertes, ein prächtig ausgestattetes Buch mit bestechenden Fotos und einer kaum fassbaren Vielfalt an inhaltlichen und illustrierenden Informationen. Dieses Buch ist eine Fundgrube für jeden, der sich für religiöse Geschichte und für – von den Kirchen beeinflusste – Kunstgeschichte interessiert. Für die wunderbare Wechselwirkung zwischen Text und Bild sollte es ausgezeichnet werden.
Juan Maria Laboa (Hrsg.): Mönchtum in Ost und West. Historischer Atlas. 272 S. mit 457 farbigen Abb. und Karten, Hardcover mit Schutzumschlag, Verlag Schnell und Steiner, Regensburg 2003, 49,80 €.
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