| Eine junge Dichterin, Ariane Braml aus der Schweiz, Germanistin und Kunsthistorikerin, und bereits zwei Gedichtbände hat sie veröffentlicht mit Gedichten, die aufhorchen lassen. Sie findet archaische Bilder, die im Kopf des Lesers haften bleiben: die Wellen, die wie ein Kind ans Trommelfell der Erde schlagen ... der Baum, der in den Wind horcht ... Liebe, die wie weiches Moos in Wäldern bachwärts fließt – Ariane Bramls Bilder fügen sich zu Stimmungen, in denen der Leser aufgehen kann ohne den Halt zu verlieren. Der erste Band, „Stille Ruder“, 2000 erschienen, verhaftet noch im Konkreten – was durchaus manchem Gedicht seinen speziellen Reiz gibt -, im zweiten Band „Im Sterngras reisst der Wind“ geht die Autorin konsequent den Weg der Bescheidung, der Minimalität, mit der sie maximalen Ausdruck erreicht: „Nächte/ wie Glas/ steigender/ sinkender/ Meere“. Eigentlich sollte sich der Leser für jedes Gedicht einen Tag Zeit nehmen, um es in die eigene Lebenswelt einzubauen.
Ariane Braml: Stille Ruder, Gedichte, 170 S., Nimrod Literaturverlag, Zürich 2000 Im Sterngras reisst der Wind, Gedichte, 104 S., Rauhreif Verlag, Zürich 2002
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