| Wie ist es, wenn ein Autor eine neue Realität zu etwas schafft, das in der jungen Geschichte vor sich gegangen ist; eine Wirklichkeit die sich vor die historische schiebt. Rainer Wochele hat einen so eindringlichen Roman geschrieben, über die Ereignisse Anfang der neunziger Jahre in Ruanda, über den Völkermord der Hutus an den Tutsis, bei dem innerhalb weniger Tage über eine Million Menschen hingeschlachtet wurde, dass er lange den eigenen Kopf nicht verlässt; nicht weil Fragen offen bleiben, mit denen Wochele uns allein lässt, im Gegenteil. Er versteht es mit diesem Roman, in tiefe Schichten des Bewusstseins vorzudringen, er verknüpft sehr menschliche Themen – die Liebe als Rettung vor dem persönlichen Untergang, zum Beispiel, mit Bildern, die angesichts der Schilderungen von Grausamkeiten in den Kopf kommen, ob man will oder nicht, und die einen nicht mehr verlassen wollen.
Im Roman die Geschichte eines kanadischen Generals, der während der Zeit des Menschenschlachtens UN-General in Ruanda war und der den millionenfachen Mord nicht verhindern konnte, weil ihm von UN und Völkergemeinschaft die Unterstützung versagt wurde; der die Bilder, die Schreie, das Stöhnen der unter Macheten Sterbenden in sich gefressen, verinnerlicht hat; der langsam dem Wahnsinn anheim fällt, dem Alkohol; der eines Tages betrunken und zusammengerollt auf einem Spielplatz in Toronto aufgefunden wird. Und der ins Markgräflerland kommt, ins Land seiner Vorfahren, um hier wieder Ruhe, um ins Leben zurück zu finden. Der dort seine Retterin trifft, die junge, lebhafte, zu Späßen neigende Hotelmanagerin, den Clown.
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