| "Apokalypse“ von Max Beckmann
Im vergangenen Jahr konnten die Freunde der Staatsgalerie Stuttgart e.V. einen kleinen Schatz für die Staatsgalerie erwerben: die Litographienfolge „Apokalypse“ (nach der Offenbarung des Johannes), von Max Beckmann in den Jahren 1941 und 42 im Exil in Amsterdam geschaffen – es sind 27 kolorierte Probedrucke (das „Urexemplar“), 27 nicht kolorierte Probedrucke, sowie ein koloriertes Exemplar der gedruckten Fassung.
Ein wunderbares Buch. Der informative Text zur Entstehungsgeschichte dieses Werks erlaubt tiefe Einblicke in das Schaffen des Künstlers während der Zeit des Nationalsozialismus, in der er heimlich im Exil in Holland arbeitete. Hochinteressant die dokumentierte Entstehungsgeschichte mit Briefwechseln zwischen den Auftraggebern und Beckmann. Die Bilder selbst gehören zum Eindrucksvollsten, was künstlerisch in der Zeit und aus der Zeit heraus zu diesem Thema geschaffen wurde. Ergreifend Texte wie dieser: „So wie Johannes in die Verbannung nach Patmos geschickt wurde und dort seine Offenbarung schrieb, so zeichnete Beckmann im Amsterdamer Exil in einer vergleichbaren Zwangssituation ... Beckmann zeigt in seinen Illustrationen beides: Nähe und Distanz zum Text ... Letztendlich ist die Offenbarung des Johannes eine Vision, d.h. eine Bilder-Schau, und Beckmann folgt dieser Vision, indem er Bilder aus Bilder macht.“ Eine herausgeberische Meisterleistung, dieses Buch.
Max Beckmann: Apokalypse. Brosch., 119 S., Hirmer Verlag, München 2009, 29,90 Euro
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