| "Tod im Paradies. Die Tragödie des Stefan Zweig“ von Alberto Dines
Stefan Zweig, einer der gefeiertsten Autoren deutscher Sprache der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, begeht 1942 in Brasilien Selbstmord. Wie kam es dazu? Als Jude verließ er anfang 1934 Österreich und emigrierte über England nach Brasilien. Er glaubte, das „Land der Zukunft“ gefunden zu haben. Dem Autor Alberto Dines gelingt es, viele Fakten zusammenzutragen und so ein Bild über Zweigs letzte Jahre zusammenzufügen, wenn auch die Gründe für seinen Selbstmord nie ganz geklärt werden können. Sehr wichtig hierbei, ein Bild über die damalige Zeit und Atmosphäre in Brasilien zu bekommen. Bei Zweig schwingt die Liebe in das Land in Vereinsamung um. Dabei benannte Dines als einer der ersten auch Gründe wie Antisemitismus der damaligen Regierung. Er hat viele Quellen und Zeitzeugen befragt und kommt so zu einem Gesamtbild, das nicht nur die Ergebnisse der Zweig-Forschung zurechtrückt, sondern dem Leser eindrücklich die Perspektive fern Europas in einer totalitären Zeit, die ihre Krakenarme bis nach Südamerika ausstreckte, darstellt. Spannend noch dazu, geschrieben, als ginge es, dem sterbenden Zweig selbst eine Stimme zu geben. Sehr zu empfehlen dieses Buch!
Alberto Dines: Tod im Paradies. Die Tragödie Stefan Zweigs. Geb., 690 S., mit 60 sw-Fotos, Edition Büchergilde, Frankfurt 2006, 29,90 Euro.
zurück zur Übersicht bitte | |