| Der Titel macht gespannt. Und, vorab, es lohnt sich das Buch zu lesen, so viele Leseanregungen werden präsentiert.
Aber: stellenweise wirkt das Buch auch geschwätzig, der Koketterie geschuldet. Dem Leser erschließt sich nicht unbedingt, warum immer wieder und in allen Nuancen fast manieristisch dieses Stuttgarter Grundstück geschildert werden muss, auf dem das „Gespräch“ stattfindet, so schön es auch sein mag; auch nicht, warum der „Erzähler“ der „Interviewerin“ die Details der Zubereitung von Speisen zwischen den „Büchergesprächen“ in allen Einzelheiten nochmals erläutert, wo sie es doch sieht und dabei irgendwie gelangweilt sein muss.
Vielleicht hätten dem Leser die Buch-Teile des Buches gereicht, die „Gespräche“ (der Leser hat den begründeten Verdacht, dass es sich um ein sehr konstruiertes Gespräch handelt) über Bücher. Die sind ein Leckerbissen ohnegleichen: geistreich präsentiert, lustvoll angerichtet sodass man als Leser Lust bekommt, gleich loszulaufen in die nächste Buchhandlung und zu kaufen, zu bestellen. Das ist der große Wert dieses Buches: zu erkennen, dass man bei der Beschäftigung mit Büchern vom einen zum nächsten kommt, dass es kaum etwas Lustvolleres gibt als sich zu vertiefen in geistige Inhalte und so die Welt um einen herum zu vergessen. Dass der Autor das „Bücher-Menu“ in zwölf Gänge aufteilt und nach den Kapiteln jeweils die Bücher nochmals auflistet, macht den Einkauf hilfreich. Ein Lustmach-Buch.
Hann-Josef Ortheilo: Lesehunger. Ein Bücher-Menu in 12 Gängen. Brosch, 240 S., Luchterhand Verlag, München 2009, 8 Euro.
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