| drei sterne am literaturhimmel versprechen ein wundervolles buch, und diese „hasengeschichte“ hält, was sie verspricht. schon das titelbild, dieser einsam dahintrottende hase, die ohren leicht nach vorne fallen lassend, mit weit ausholendem schritt und traurig ins leere gerichtetem blick, vor heruntergelassenen rolläden … wie eng, wie herzzerreißend wird mir als leser da zumute: das sind geschichten, die große literatur versprechen.
und so geht es fort in diesem buch – das als bilderbuch angeschaut werden kann: welch wunderbare hasenfamilie zu anfang der geschichte, der kostümbildner muss von einem anderen, von einem bunteren stern kommen. bilder von ganz eigentümlicher distanz, bilder, die den betrachter mit dem kleinen esterhazy leben lassen, mich ihm verbunden fühlen lassen, ich bin er und ängstige mich, freue mich mit ihm, ich, esterhazy, am straßenrand, habe angst vor den automonstren, die an mir vorüberdonnern … die geschichte: der kleine hase, der auszieht, um in berlin sein glück zu suchen. eigentlich geschickt wird, vom fürsten (wie wundervoll er ihm auf dem bild die hand küsst …), sich frauen zu suchen, „nicht unbedingt edle, hauptsache große!“, weil das geschlecht der esterhazys so klein geworden ist. der jüngste esterhazy kommt nach berlin, und – findet sein glück. wie? das erzählt das buch auf anrührende, reizende, herrlich poetische art. ein buch, das jeden, kind und erwachsenen, das ganze jahr lang begleiten kann.
irene dische / hans magnus enzensberger / michael sowa: esterhazy. eine hasengeschichte. geb., 32 s., hanser verlag, münchen 2009, 14,90 euro.
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