| Erster Satz eines Bilderbuches: "Auf einmal, nachmittags, war Großvater Bär tot."
Was für lesende, Bilder betrachtende Kinder Schock sein könnte, ist Ausgangspunkt für eine wunderbare Geschichte: Der kleine Bär, sehr traurig, dass sein Großvater fehlt, geht auf die Suche nach dem Bärenhimmel, "wo alle Bären glücklich sind", wie des kleinen Bären Mutter sagt. Und er trifft viele unterwegs, das Krokodil, die Giraffe, die Biene, den Tiger – und alle bittet er, ihn tot zu beißen – er will wie Opa in den Bärenhimmel. Sie alle wollen das nicht, das Krokodil mag die Pfoten des kleinen Bären nicht, bei der Giraffe passt das Bärchen nicht durch den Hals, die Biene antwortet nicht einmal, der Tiger will nur schlafen.
Bis der kleine Bär zur weisen Eule kommt: "Du bist doch kein Opa", sagt sie, "die Erde ist wunderbar". Das findet der kleine Bär gar nicht, er ist müde und allein und traurig.
So kommt er wieder vor die Höhle, und von innen rufen Vater und Mutter. "Der kleine Bär schlüpfte zwischen Vater und Mutter. Er dachte an seinen Opa im Himmel." Und er fühlt sich wohl, schläft ein, erlebt den Bärenhimmel auf Erden.
Ein wundervolles Buch, eine schlichte Geschichte und dazu die unnachahmlich ins Innere des Lesers greifenden Bilder von Wolf Erlbruch. Mit diesem Buch Kindern das Leben beschreiben, auch das ausgehende Leben – es ist möglich, auch hier Hoffnung zu vermitteln. Und in Augenblicken des Nachdenkens, des Aufgebenwollens neuen Mut zu geben. Ein wundervolles Kunstwerk.
Dolf Verroen / Wolf Erlbruch: Ein Himmel für den kleinen Bären. 24 S., geb., Hanser Verlag, München 2003
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