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Thomas Ruff – Machines | MaschinenAls Schüler und Nachfolger (im Lehrstuhl) von Hilla und Bernd Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie steht Ruff in einer guten Tradition: wer einmal die Bilder der Fördertürme, die die Bechers in den 70er Jahren gemacht haben, gesehen hat, wird diese kaum mehr vergessen. Die Faszination des Fremden im Vertrauten, um mal eine Benennung zu wagen, ist ganz ähnlich der, die ich bei Thomas Ruffs Arbeiten empfinde.
Mit dem neuen Katalog Maschinen ist Ruff ja auch der vermeintlichen Industriefotografie der Bechers thematisch viel näher und die zu erklärende Attraktion, die bei einem Porträt ja immer auch vom (menschlichen) Gegenstand herrühren kann, ist um so geheimnisvoller.
Maschinen in der Fabrik, manchmal raucht und staubt es sogar noch richtig, Maschinenteile – Bohrer, Wellen, etc. – von Ruff oft digital verfärbt, was mir aber weniger verfremdend als "betonend" erscheint – ganz alltägliche Dinge, deren mythische Dimension (?) Thomas Ruff für uns sichtbar macht.
"Repräsentation" wäre das nächste Stichwort, das mir einfällt und damit der schöne Begriff von Hans Belting: der "Ort der Bilder". Dieser könnte an der Wand sein, wo das Bild hängt oder in meinem Kopf, wo mein Gehirn auf komplexe, biochemische Weise ein Bild vom Bild erzeugt, wobei exakt dieses dann nur ich kenne und nur dieses kennen kann – ein (oder das vielzitierte Kant’sche Ding oder hier) "Bild an sich" gibt es wohl nicht.
Es ist wirklich verwirrend: denke ich an ein Fahrrad, habe ich das Bild eines Fahrrades vor meinem "inneren Auge". Sehe ich ein reales Fahrrad, ist dies, fast, genauso. Thomas Ruff wirft die Frage auf nach dem Unterschied zwischen dem, was ist, und dem , was ich sehe. Kants berühmte Frage also: "was kann ich wissen?"
Verblüffend - auch für die Fotografie gilt offenbar (mit Paul Klee): "Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, Kunst macht sichtbar." Sehen dürfen Sie selbst.
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