| Rolf Zimmermann bearbeitet dieses Thema aus einer ihm aufgezwungenen und in höchstem Maße persönlichen Perspektive: Nicht um Rolf Zimmermanns Eltern geht es; Rolfs Vater, 1933 wegen staatsfeindlicher Äußerungen vorübergehend in Haft genommen, desertierte, als er zum Schluß des Krieges eingezogen werden sollte.
"Ein jüdisches Kind", 130 x 170 cm Doch dessen jüngerer Bruder Franz, der Onkel also, war als SS-Mitglied an der Ermordung von Juden und Zivilisten in Polen beteiligt. Rolf Zimmermann hat dies in sehr umfangreichen und zeitaufwendigen Recherchen nachgewiesen, nachdem er Ende der Fünfziger Jahre einen Satz Fotografien entdeckt (und 1984 dann in Besutz genommen) hatte, die sein Onkel offenbar als Andenken an seine Dienstzeit bei der SS aufgehoben hatte.
Diese Fotografien bilden dann die Basis für Rolf Zimmermanns "Zyklus", eine Reihe von 10 Gemälden, die Trauer, Erschrecken und Verzweiflung enthalten und die doch nach meinem eigenen Empfinden sehr analytisch sind, fast dokumentarisch wirken. Der Katalog, der zum Zyklus erschienen ist, zeigt neben den Gemälden und Zeichnungen auch die Fotos, auf denen erstere basieren.
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