| Das scheint eine Spur zu sein für unsere Fragen: SWO, das Magazin ohne Angst vor Klischees, glaubte schon, in der vielzitierten Einheit von Form und Inhalt den zentralen Punkt zu erkennen.
Ganz so einfach ist es nicht, dafür aber interessanter: Sabine sagt: "Meine Arbeit beinhaltet den Prozeß des Werdens und Vergehens: wenn ich anfangen würde, zu graben, fände ich viele Schichten vergangener Kulturen.
Mit den Texten gehe ich ähnlich um: Ich forme eine Tonplatte. Wenn diese lederhart ist, drucke bzw. drücke ich zuerst den gesamten Text mit hölzernen Großbuchstaben in den Ton; manchmal auch nur einzelne, wesentliche Wörter.
"Begegnung Keramik", 1995 87 x 190 cm Der Text wird so gedruckt, daß zwischen den einzelnen Buchstaben größere Zwischenräume entstehen, die Platz zu weiterer Gestaltung bieten. Darüber wird dann wieder der Text oder eine Textpassage gedruckt; diesmal in einer neuen Variation. Dabei wird jeweils der darunter liegende Text zerstört, es bleibt nur noch sein Liniengerüst übrig. Ahnlich den Grundmauern, wie man sie von Ausgrabungen kennt. So entsteht, auf den Mauern des alten aufbauend, sofort wieder der neue Text. "
Zu ihren Skulpturen wurde Sabine unter anderem durch Hölderlin und Else Lasker-Schüler angeregt. Einer mindestens halbjährigen intensiven Auseinandersetzung mit diesen Texten folgen mehrere Wochen gestalterischer Arbeit an einer Tonskulptur. Diese wird dann - wenn sie nicht zu groß ist - im eigenen Elektro-Ofen gebrannt (bei meist rund 1200 °C.)
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