| Das älteste Bild in der Ausstellung Hang zur Neigung von Stefan Müller ist ein unbetiteltes Selbstportrait aus dem Jahre 1993. Es ist vermutlich der erste und letzte Versuch des Künstlers, ein figuratives Tafelbild zu malen. Das Z auf dem T-Shirt könnte eine Abkürzung für Zero sein und programmatisch den Nullpunkt symbolisieren, an dem der Künstler damals stand. Oder es steht für Zorro, die amerikanische Version von Robin Hood, der tagsüber als unscheinbarer und feiger Landedelmann Don Diego de la Vega ein geruhsames Leben führt und sich nachts in schwarzem Umhang und mit Augenbinde zum Rächer des unterdrückten Volkes verwandelt.
Stefan Müller © Foto: Wolfgang Günzel Der Beginn der 1990er-Jahre war von Künstlern geprägt, die sich mit dem politischen und kritischen Potential von Kunst beschäftigten und vorwiegend an Fragen der Ortsbezogenheit von Kunst interessiert waren. Ähnlich wie bei den Hardlinern der Konzeptkunst der 1960er-Jahre stand bei den Vertretern dieser jüngeren Generation nicht die Herstellung eines künstlerischen Objektes im Vordergrund, sondern die Visualisierung einer Idee. In diesem Klima nahm Stefan Müller 1996 in der Klasse von Thomas Bayrle sein Studium der Malerei an der Städelschule in Frankfurt auf. Sein Schaffen war damals von Zweifeln an der Möglichkeit geprägt, am Ende des 20. Jahrhunderts überhaupt noch ein Bild zu malen. Dennoch standen im Zentrum seiner künstlerischen Auseinandersetzung von Anfang an die Beschäftigung mit dem Medium Malerei und die Frage, was diese nach den Ausdrucksformen der Konzeptkunst und der Minimal Art für die Gegenwart formal noch bedeuten kann.
weitere Informationen zur Ausstellung
Online-Ausstellung: | Werke Morris Phillips, 2010
Flag for a savage republic (ti si moi ja jelen), 2010
Flüssige Handschellen, 2010
It’s got nothing to do with what I drink it’s got more to do with the way I think, 2010
Koma Komarum, 2010
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