| Mit rund 200 Gemälden altdeutscher Meister zählt die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe nicht nur zu den ältesten und größten, sondern auch zu den bedeutendsten Sammlungen ihrer Art weltweit. Das letzte vollständige Inventar dieses Sammlungsbereichs wurde vor rund 40 Jahren von Jan Lauts vorgelegt, so dass eine Neubearbeitung dieses – in der Zwischenzeit natürlich auch weiter angewachsenen – Bestandes seit langem ein Desiderat war. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe ist glücklich, dieses großangelegte Projekt nun angehen zu können. Das Getty Grant Program (Los Angeles) hat einen Antrag der Kunsthalle bewilligt und dem Haus eine Förderung in Höhe von 104.500 € zuerkannt, mit der diese wissenschaftliche Arbeit bis Januar 2007 durchgeführt werden kann.
Die Berliner Kunsthistorikerin Dr. Anna Moraht-Fromm, eine ausgewiesene Spezialistin für Malerei, Druckgraphik, Zeichnung und Skulptur des 15. bis 17. Jahrhunderts, die in den vergangenen Jahren auch durch Forschungen zu Theologie und Funktion der Bilder und Kunst und ihrem Kontext hervorgetreten ist, wird die Bearbeitung des wissenschaftlichen Kataloges übernehmen. Der Bestand altmeisterlicher Malerei wird im Rahmen dieses Projekts auch mit Hilfe modernster naturwissenschaftlicher Verfahren analysiert und datiert werden. Ikonographische und stilkritische Untersuchungen werden darüber hinaus auch eine weiter präzisierte Zuschreibung und Lokalisierung der Werke ermöglichen.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden der Öffentlichkeit nicht nur in Form eines gedruckten Kataloges, sondern auch als Datenbank online zugänglich gemacht werden.
Mit der Förderung durch das Getty Grant Program erfährt die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe einmal mehr eine hohe internationale Anerkennung sowohl für den Rang ihrer Sammlung als auch für die hier geleistete wissenschaftliche Arbeit, die damit gleichzeitig um einen bedeutenden Schritt voran getrieben werden kann.
Dr. Kirsten Voigt
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