| Man verlässt Grünewald und bleibt auf ewig in seinem Bann. Vergeblich forscht man nach seinem Ursprung, seinen Quellen; denn kein Maler vor ihm, keiner seiner Zeitgenossen gleicht ihm.“
Joris Karl Huysmans 1923
Matthias Grünewald (1475/80–1528), den Joris Karl Huysmans als den „stürmischsten aller Künstler“ bezeichnet, widmet die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe im Winter 2007/08 eine Große Landesausstellung. Werke aus eigenem Bestand und internationale Leihgaben wer-den die expressive Qualität und Strahlkraft seiner Malerei eindrücklich vor Augen führen. Einen neuen Blick auf Grünewald ermöglicht die Zusammenschau mit Arbeiten zeitgenössi-scher Künstler, die wie er in einer bahnbrechenden Erneuerung der Kunst um 1500 die „Schönheit starker Leidenschaften“ (Heinrich Alfred Schmid 1911) anstrebten. Sowohl Ge-mälde und Zeichnungen als auch Skulpturen und Graphiken veranschaulichen den künstlerischen Reichtum dieser faszinierenden Epoche. Neben der von Grünewald meisterhaft ver-feinerten Technik der Ton-in-Ton-Malerei liegt ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung auf seinen ausdrucksstarken Darstellungen der Passion. Erstmals wird nach längerer Zeit die teilrestaurierte Karlsruher „Kreuztragung“ Grünewalds wieder zu sehen sein, deren brillante originale Farbigkeit nach Abnahme von Übermalungen zutage tritt. Ein eigener Bereich der Ausstellung dokumentiert die akribische Arbeit der Karlsruher Restaurierungswerkstatt durch Arbeitsfotos und Texttafeln. Insgesamt wird die Präsentation etwa 140 Werke der Zeit um 1500 umfassen, darunter Leihgaben aus aller Welt.
weiter bitte
zurück zur Übersicht bitte | |