Das Gemälde Paris vue des tours de Notre-Dame (um 1900) und Schriften des eher als Kunstsammler und Kunsthistoriker bekannten Étienne Moreau-Nélaton sind ebenso wie Méryons Auseinandersetzung mit den Grotesken der Pariser Kathedrale in der Radierung Le Stryge (1853) vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Literatur zu verstehen, insbesondere von Victor Hugos Notre Dame de Paris (Der Glöckner von Notre-Dame, 1831). So schärfte dieses literarische Werk das Bewusstsein für die architektonische Schönheit des alten Paris und legte den Grundstein denkmalpflegerischer Bestrebungen.
Etienne Moreau-Nélaton: Paris von den Türmen der Kirche Notre Dame gesehen, ca. 1898-1900 Öl auf Leinwand; Staatsgalerie Stuttgart Ein Vergleich des alten Stadtbildes auf Radierungen Israël Silvestres aus der Mitte des 17. Jahrhunderts mit rund zweihundert Jahre später entstandenen Panoramafotografien des Dornacher Ateliers Braun & Cie. verdeutlicht den Wandel der Metropole im Zuge der Umbaumaßnahmen Baron Haussmanns.
Fotografien städtebaulicher Situationen von Charles Marville oder später von Eugène Atget sind heute als Inkunabeln früher Fotografie ebenso geschätzt wie als historische Quelle.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (48 Seiten, ca. 50 Abbildungen), im Museumsshop zum Preis von 9,80 Euro erhältlich. Kuratorin: Dr. des. Vera Klewitz
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