| Ihm selbst war immer klar, welche Rolle er in der Geschichte des Boxens spielte: "I am the greatest", erklärte Muhammad Ali bei jeder sich bietenden Gelegenheit, und heute, ein Vierteljahrhundert nach seinem letzten Kampf, wird ihm niemand mehr widersprechen. Im Gegenteil, Ali war nicht nur ein begnadeter Faustkämpfer, sondern eine der größten Sportlegenden aller Zeiten und überdies ein seltenes Showtalent.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten leidet der einstige Ausnahmeathlet an der heimtückischen Parkinson-Krankheit. Doch der unbedingte Wille, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, nie aufzugeben und immer wieder zurückzukommen, hat seine aktive Laufbahn überlebt.
Freilich hatte er früh Gelegenheit sich zu bewähren, denn Cassius Marcellus Clay, der 1942 in Louisville als Sohn eines Schildermalers und einer Putzfrau und Köchin geboren wurde, wuchs in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf. Ein Fahrraddieb, der dem 12jährigen das heißgeliebte Fortbewegungsmittel entwendete, avancierte unfreiwillig zum Motor einer Weltkarriere. Cassius wünschte sich nichts sehnlicher, als den Langfinger nach allen Regeln der Kunst verprügeln zu können, und begann mit einem intensiven Boxtraining, das ebenso schnell Früchte trug, wie seine schulischen Leistungen nachließen.
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