| „Ich staune selbst, was mit mir in den letzten Jahren so passierte“, verriet Alexandra Maria Lara als ihr vor kurzem die Goldene Kamera als „Beste deutsche Schauspielerin“ verliehen wurde. Immerhin staunt sie nicht allein, denn der beispiellose Erfolg der gerade erst 26jährigen überraschte selbst Insider, die jahrzehntelang nach dem neuen Fräuleinwunder Ausschau gehalten und mit der Vergeblichkeit ihres Bemühens manche Zeitungsseite gefüllt hatten. Dabei sind es vielleicht nur Nuancen, die sie von anderen Schauspielerinnen unterscheidet, welche vorschnell zum Leinwandliebling der Nation ausgerufen wurden. Doch vor hochauflösenden Kameras kommt es auf jedes Detail an, und hier findet Alexandra Maria Lara exakt die richtige Mischung aus Präzision und Spontaneität, Dominanz und Zurückhaltung, Verstellungskunst und Natürlichkeit. Ab dem 27. Oktober ist sie in Dorris Dörries neuem Kinofilm „Vom Fischer und seiner Frau“ zu sehen.
Mit der nimmersatten Ida, die ihren Gatten in dieser modernisierten Märchenfassung an den Rand der Verzweiflung treibt, hat ihre Darstellerin freilich nichts zu tun. Im Gegenteil, Alexandra Maria Lara gilt als eine der unkompliziertesten Stars im hektischen Film- und Fernsehgeschäft – sie ist bescheiden, fast schüchtern, pflegt keine besonderen Allüren und hat sogar das Rauchen aufgegeben. Mit ihrem langjährigen Freund Florian lebt die Schauspielerin in Berlin, wo sie leidenschaftlich gern ins Kino geht. Nach eigenen Angaben kann sie bisweilen „ungeheuer zickig“ sein, aber dass die Bild-Zeitung sie zur schönsten Deutschen kürte, imponiert ihr ebenso wenig wie ein lukratives Angebot des „Playboy“, weil „ich keine Nacktfotos brauche zum Glücklichsein". Unter diesen verhältnismäßig beschaulichen Umständen bleibt ihr im Grunde nichts anderes übrig, als auf der Leinwand für Aufsehen und Furore zu sorgen, und eben das ist ihr in den letzten zehn Jahren auf relativ beispiellose Weise gelungen.
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