| Ihre Werke finden sich in keinem Verlagsprogramm mehr, und wer Gedrucktes von ihr in Händen halten möchte, wird allenfalls noch in Bibliotheken oder gut sortierten Antiquariaten fündig. Mitte des 19. Jahrhunderts war Louise Aston in aller Munde - und ein begehrtes Beobachtungsobjekt der Berliner Polizei, die sich berufen fühlte, der "unsittlichen Lebensweise" einer geschiedenen Künstlerin besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Als sie wie ihr großes Vorbild George Sand auf offener Straße Männerkleidung trug und obendrein rauchte, verlangte der preußische Ordnungssinn 1846 die Ausweisung der "staatsgefährlichen Person".
Im selben Jahr entstand ihr Gedichtzyklus "Wilde Rosen". Die Verse dokumentieren nicht nur den einsamen Kampf einer mutigen Frau für Gleichberechtigung, Freiheit und Selbstbestimmung, sondern auch den Erfindungsreichtum, die thematische Aufgeschlossenheit und nicht zuletzt die unbeugsame Vitalität einer vergessenen Schriftstellerin.
Wie so oft in ihrem Werk wechselt die Verzweiflung über den "Schiffbruch glühender Gefühle", der durchaus und explizit auch durch gesellschaftliche Defizite verursacht wird, hier mit begeisterten Erkundungen und enthusiastischen Beschwörungen der eigenen Möglichkeiten.
"Doch in dem verzweiflungsvollsten Ringen Bin ich klar mir und bewußt. Keine fremde Macht darf mich bezwingen, selbst im Schmerz ist frei die Brust!"
Immer wieder verdichtet Aston den lyrischen Fluss zum persönlichen Vorsatz und zur politischen Parole.
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