| In diesem Metier ist Prahl seit jeher daheim, auch wenn er mit seinen Auftritten in Roman Polanskis „Der Pianist“ oder Niki Müllerschöns „Der rote Baron“ (Kinostart am 10. April 2008) bewiesen hat, dass seine schauspielerischen Fähigkeiten auch in großen internationalen Produktionen zum Tragen kommen. Doch sein mutmaßlicher Lieblingsregisseur Andreas Dresen liegt sicher nicht falsch, wenn er Axel Prahl ein besonderes Talent für die Darstellung jener Charaktere bescheinigt, die erst auf den zweiten Blick interessant werden. Dresen fasziniert vor allem die „Grundwärme, Bodenständigkeit und ein inneres Leuchten“, und er muss wissen, wovon er redet. Schließlich haben beide schon am Theater zusammengearbeitet und in den vergangenen zehn Jahren gleich mehrere eindrucksvolle, facettenreiche und explizit sozialkritische Filme wie „Nachtgestalten“ (1999), „Die Polizistin“ (2000) oder die Christoph Hein-Verfilmung Willenbrock“ (2005) gedreht.
So verwundert es kaum, dass der 1960 in Eutin geborene und im schleswig-holsteinischen Neustadt aufgewachsene Schauspieler Zeit brauchte, um seinen Weg zu finden. Er besuchte neben der Hauptschule und Realschule auch eine Berufsfachschule und schließlich das Fachgymnasium, um sein Abitur zu machen und sich für die Fächer Mathematik und Musik an der Pädagogischen Hochschule in Kiel einzuschreiben. Zwischen dem zweiten und fünften Semester hörte Prahl „kontinuierlich auf zu studieren“. Er versuchte es mit verschiedenen Aushilfsjobs, wechselte dann auf die Schauspielschule und spielte mit wachsendem Erfolg an verschiedenen Bühnen, bevor er 1992 nach Berlin zog und vor allem am GRIPS-Theater durch eine Vielzahl sehenswerter Auftritte für immer größere Aufmerksamkeit sorgte. Der berufliche Erfolg in der ungewohnten Umgebung hatte allerdings auch seine Schattenseiten. „Die ersten drei Monate in Berlin waren die wohl einsamsten meines Lebens“, glaubt Prahl, der mittlerweile im brandenburgischen Marienwerder ein neues Zuhause gefunden hat.
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