| Er hat in den letzten zehn Jahren rund 50 Film- und Fernsehproduktionen abgedreht, den Sprung nach Hollywood geschafft und sich einen Platz in der ersten Reihe der deutschen Nachwuchsschauspieler gesichert. Dass Benno Fürmann trotzdem den Eindruck erweckt, er müsste sich Anerkennung und Erfolg erst noch erkämpfen, gehört zum gut einstudierten Image des jungen Wilden, mit dem sich der 33jährige nicht nur durch die „Bubi Scholz Story“ (1998) geboxt hat. Fürmann sieht sich selbst als „sensiblen Einzelgänger mit starkem Freiheitsdrang“. Kein Wunder also, dass ihm die Darstellung unbeugsamer Außenseiter, die nicht immer den geraden, aber dafür ihren eigenen Weg gehen, besonders am Herzen liegt.
Sein neuester Film „Merry Christmas!“, der am 24. November in die Kinos kommt, basiert auf einer wahren Begebenheit. Im Dezember 1914 lieferten sich deutsche und auf der anderen Seite französische und englische Soldaten einen gnadenlosen Stellungskrieg, der am Heiligabend plötzlich unterbrochen wurde. Die Erinnerung an das Weihnachtsfest machte aus den erbitterten Feinden für kurze Zeit Leidensgenossen und Zeichen der Hoffnung auf eine friedlichere Welt. Die aufwendige europäische Ko-Produktion wurde erstmals bei den Filmfestspielen in Cannes gezeigt. 2006 geht der 18 Millionen Euro-Streifen für Frankreich ins Rennen um den Oscar als „Bester ausländischer Film“.
Benno Fürmann spielt in „Merry Christmas!“ den an die Front abkommandierten Opernsänger Nikolaus Sprink und schlüpft so erneut in die Rolle eines Menschen, der in letzter Konsequenz auf sich allein gestellt ist. Wie sich das anfühlt, weiß der am 17. Januar 1972 in Berlin-Kreuzberg geborene Schauspieler aus eigener Erfahrung. Er verliert früh beide Eltern und verunglückt beim S-Bahn-Surfen mit 17 Jahren so schwer, dass er sechs Wochen im Krankenhaus verbringen muss und nur knapp einer Querschnittlähmung entgeht. Der Halbwüchsige verlässt die Schule nach den mittleren Reife, weil er dort nicht herausfindet, „worum es im Leben wirklich geht.“
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