| Er jobbt als Kellner, Türsteher, Kulissenschieber und kann doch entscheidende Erlebnisse aus Schülertagen nicht vergessen. So uninspirierend das Hermann-Hesse-Gymnasium für Fürmann gewesen sein mag, die Theater-AG hat einen Lebenstraum geboren. Der junge Mann wird sparsam, und als er mit 20 das nötige Kleingeld zusammenhat, setzt er sich in ein Flugzeug nach New York, um an der weltberühmten Lee-Strasberg-Schule Schauspielunterricht zu nehmen. Fürmann bleibt über ein Jahr in den Vereinigten Staaten, lernt „wahnsinnig viel“, und als er wieder in die Heimat zurückkommt, scheint es fast so, als ob man auf ihn gewartet hätte.
Nachdem er bereits eine Nebenrolle in Edgar Reitz´ Epos „Die zweite Heimat“ übernommen hatte, ist er bald neben bekannten Darstellern wie Jürgen Vogel („Schicksalsspiel“ & „Durst“, beide 1993), Gottfried John („Tödliches Netz“, 1994), Til Schweiger, Heinz Hoenig und Jasmin Tabatabai („Lemgo“, 1994) zu sehen. Den Kollegen Schweiger beeindruckt nicht nur Fürmanns bohrender Blick, er findet, dass der Newcomer insgesamt „eine tolle Fresse“ hat, und so sehen es offenbar auch die Macher der RTL-Serie „Und tschüß!“. Benno Fürmann mutiert hier zum halbstarken Günni und bekommt nicht nur Kultstatus, sondern ganze Wäschekorbe voll begeisterter Fanpost. Im „Berliner Kurier“ wundert er sich noch fünf Jahre später, womit man über Nacht berühmt werden kann: „Ich konnte es nicht glauben. Die ´Bravo´ flog früher bei uns durchs Klassenzimmer, und jetzt war ich da drin.“
Trotzdem widersteht Fürmann der Versuchung, sein schauspielerisches Talent auf Serienformat zurechtstutzen zu lassen. Nach einem Zwischenspiel als Assistent von Dieter Pfaff in der ZDF- Krimireihe „Sperling“ gelingt ihm 1998 der endgültige Durchbruch. Sechs Wochen hartes Training qualifizieren ihn für die Rolle des jungen Bubi Scholz, in der er – im Wechsel mit Götz George, der den gealterten Boxer spielt - ein Millionenpublikum begeistert. „Die Buby Scholz Story“ wird mit Preisen und ihr Hauptdarsteller mit Lob überschüttet, dabei will der nach den anstrengenden Dreharbeiten endlich eine Auszeit nehmen. Er „flieht“ nach Südamerika, doch die attraktiven und mittlerweile auch lukrativen Angebote finden ihn sogar am anderen Ende der Welt. In Ecuadors Hauptstadt Quito entscheidet eine Münze: Fürmann kehrt nach Deutschland zurück.
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