| Brandt junior besuchte stattdessen die Hochschule für Musik und Theater in Hannover, was der Vater „ohne Kommentar“ zur Kenntnis nahm. Nur ein einziges Mal besuchte er später eine Vorstellung seines Zöglings. Andere kamen häufiger und begeisterten sich zunehmend für den wandlungsfähigen Darsteller. Matthias Brandt war in den späten 80er und 90er Jahren Ensemblemitglied am Staatstheater Oldenburg, in Krefeld, Wiesbaden und Karlsruhe. Was er von der sprichwörtlichen „Pike“ auf gelernt hatte, war bald darauf auch im Bayerischen Staatsschauspiel, im Nationaltheater Mannheim oder in den Schauspielhäusern von Bochum und Zürich zu sehen.
Matthias Brandt spielte hier klassische und moderne Rollen mit zunehmender Perfektion und Ausstrahlungskraft – den „Gedankenfreiheit“ fordernden Marquis von Posa in Friedrich Schillers „Don Carlos“, Molières boshaften „Menschenfeind“, aber auch den jungen Adolf Hitler in „Mein Kampf“, einer brillanten Farce des vor kurzem verstorbenen George Tabori. Obwohl Matthias Brandt in der Komödie „Ein Prachtexemplar“ schon 1989 sein TV-Debüt gab, blieben Film- und Fernsehauftritte lange Zeit Nebensache. „Man ist da hingegangen und war fasziniert davon, dass man für zwei Tage Komische-Sätze-Sagen soviel Geld kriegt wie für einen Monat Theaterspielen.“
Nach der Erfolgsproduktion „Im Schatten der Macht“ ließ ihn die Faszination jedoch offenbar nicht mehr los. Brandt glänzte in allen Formaten, Rollen und Genres und erwies sich in Liebeskomödien – „Mr. und Mrs. Right“ (2004) – als ebenso verwendungsfähig wie in aufrüttelnden Stasi-Dramen – „Der Stich des Skorpion“ (2004) - oder spannenden Justizthrillern – „In Sachen Kaminski“ (2005). Auch in Kriminalfilmen, etwa an der Seite seines Freundes und erklärten Vorbildes Götz George – „Schimanski: Tod in der Siedlung“ (2007), überzeugte er Publikum und Kritiker auf der ganzen Linie.
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