| Dass eine Schriftstellerin, die alle Qualitäten einer Bestseller-Autorin mitbringt, von den Feuilletons geschnitten wird, ist sicher nicht weiter erwähnenswert. Doch im Falle der Elizabeth von Arnim verwundert es zumindest im Nachhinein, wie von der literarischen Qualität ihrer Werke so lange abstrahiert werden konnte. Ist die beachtliche Auflagenzahl an sich verdächtig oder der Umstand, dass es sich hier auch um die Cousine von Katherine Mansfield und die Geliebte von H. G. Wells handelt, ganz einfacher interessanter?
Dank des Insel Verlages dürfen diese Fragen allerdings immer häufiger vernachlässigt werden, denn wie könnte der geneigte Leser deutlicher auf die Existenz einer hochintelligenten, geistreichen und wortgewandten, kritisch-satirischen und obendrein noch im besten Sinne unterhaltenden Autorin gestoßen werden als durch die Veröffentlichung ihrer Bücher? Drei in neuem Gewand und ansprechender Aufmachung publizierte „Arnims“ seien hier empfohlen: der boshaft analytische, oft hinreißend komische Roman „Die Reisegesellschaft“ aus dem Jahr 1909, die acht Jahre früher entstandene nostalgische Erzählung „Garten der Kindheit“ und der kleine Sammelband „Tage des Glücks“, eine Art EvA-Best of, das von Adelheid Dormhagen zusammengestellt wurde und Ausschnitte aus verschiedenen Werken, so auch aus dem wohl berühmtesten Roman „Verzauberter April“, enthält.
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