| Franz von Assisi (1182-1226) wird in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt, genießt fast 800 Jahre nach seinem Tod aber auch jenseits aller Konfessionsgrenzen jene Art von Respekt und Anerkennung, die zu beweisen scheint, dass ein Mensch Besonderes geleistet hat. In seinem Fall besteht die Besonderheit nicht allein in der religiösen und humanitären Bedeutung eines für viele Andere beispielgebenden Lebens oder in der Gründung des nach ihm benannten, bis heute überaus aktiven Ordens, den er selbst lieber als „Bund“ verstanden hätte.
Franz von Assisis radikale Ablehnung der Geldwirtschaft, der Zweifel an der Bedeutung weltlicher Macht, sein Verständnis der Natur als Schöpfung Gottes und schützenswerte Lebensgrundlage der menschlichen Spezies und sein bewegendes Engagement für das, was wir heute soziale Gerechtigkeit nennen, gibt seinem Leben und Wirken eine gesellschaftspolitische Dimension, die auch 2004 noch immer aktuell ist.
Die bei Diogenes erschienene Sammlung seiner Gebete, Ordensregeln und Briefe, die selbstverständlich auch das Testament, den berühmten „Sonnengesang“ und das rührend-naive, und doch von tiefem Glauben durchfurchte Anekdotenbündel „Fioretti“ enthält, kommt als Neuauflage der Rowohlt-Ausgabe von 1958 also nicht zur falschen Zeit. Aber das wäre im Fall des Franz von Assisi wohl ohnehin kaum möglich ...
Franz von Assisi: Fioretti. Gebete, Ordensregeln, Testament, Briefe, 8,90 € bei amazon.de bestellen
zurück zur Übersicht bitte | |