| „Der letzte Zug“, der von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden gerade mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnet wurde, erzählt eine ergreifende Geschichte aus dem Jahr 1943. Nachdem bereits 70.000 Juden aus Berlin deportiert wurden, wollen die braunen Machthaber ihre Hauptstadt endgültig „judenfrei“ machen. Vom Bahnhof Grunewald fährt deshalb ein weiterer Zug Richtung Auschwitz, doch einige der in Viehwaggons zusammengepferchten Menschen versuchen verzweifelt, ihrem Schicksal zu entkommen. Zu ihnen gehört auch Gedeon Burkhard, der mit Lale Yavas das gefangene Ehepaar Lea und Henry Neumann spielt.
Filme dieses Kalibers hat der 1969 in München geborene Gedeon Burkhard bislang nicht gedreht, dabei ist der hohe künstlerische Anspruch in seinem Fall fast so etwas wie eine familiäre Verpflichtung. Sein Urgroßvater war kein Geringerer als Alexander Moissi, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts als einer der größten deutschsprachigen Schauspieler galt. Moissi war der erste „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen 1920, hob zahlreiche Theaterstücke von Gerhart Hauptmann, Frank Wedekind oder Hugo von Hofmannsthal aus der Taufe und wirkte bereits in einem knappen Dutzend Filmproduktionen mit. Der Großvater Conrad von Molo, machte sich einen Namen als Produzent, betreute unter anderem Helmut Käutners Klassiker „Ludwig II.“ (1954) und vererbte den Virus schließlich noch an die Mutter, Elisabeth von Molo, die als Schauspielerin, Regisseurin und Synchronsprecherin bekannt geworden ist.
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