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Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion SWO über Cosma Shiva Hagen


Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion

Cosma Shiva Hagen

Der Erfolg des Ausnahmetalents, der nun also auch internationale Dimensionen annimmt, ist umso bemerkenswerter, als Cosma Shiva nie in den Genuss einer Schauspielausbildung kam und sich nach dem Hauptschulabschluss vor allem von persönlichen Erfahrungen und Intuitionen unterrichten ließ. Improvisieren konnte sie allerdings schon als Kind, denn Mutter Nina Hagen und der heroinsüchtige Vater Ferdinand Karmelk, der 1988 an AIDS starb, legten wenig Wert auf ein bürgerliches Elternhaus.

Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion SWO über Cosma Shiva Hagen

Nach der Geburt in Los Angeles lebte sie bei der exaltierten Mutter in der Londoner Hausbesetzerszene, dann wieder mit Karmelk auf Ibiza und gelegentlich kam sie auch bei Stief-Großvater Wolf Biermann unter. Cosma Shiva, die heute vier Sprachen fließend beherrscht, besuchte ein gutes Dutzend Schulen, bevor es sie an ein Internat in Lüneburg verschlug, wo sie sich nach eigenem Bekunden „zum ersten Mal an Regeln halten musste“. Trotzdem hat ihre Erinnerung den Aufenthalt in der Rubrik „total cool“ abgespeichert, auch wenn sie zur Strafe für unerlaubtes Zigarettenrauchen schon mal hundert Kippen mit Nadel und Faden aufziehen und zum Direktor bringen musste.

Die Großmutter Eva-Maria Hagen wurde schließlich zur neuen Heimat und zum eigentlichen Karrieremotor. Sie nahm die Enkelin in Hamburg auf und spielte fortan die Mutterrolle, während Nina Hagen als beste Freundin fungierte. Die 1934 geborene, in Hinterpommern aufgewachsene Oma gehörte in der DDR zu den bekanntesten und meistbeschäftigten Schauspielerinnen, hatte sich aber auch als Sängerin, Schriftstellerin und Malerin einen Namen gemacht und insofern Verständnis für die kreativen Bedürfnisse ihrer Enkelin. Und überdies gute Beziehungen, mit deren Hilfe sie dafür sorgte, dass die 15jährige eine Minirolle im Roadmovie „Crash Kids“ (1996) bekam. Obwohl Cosma Shiva hier nur einen einzigen, aber immerhin bedeutungsschwangeren Satz („Bist du auch so allein?“) von sich gab, war sie nun nicht mehr aufzuhalten.

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