| Der Erfolg hielt sich in Grenzen, bis er 1946 im Alter von 41 Jahren mit Hilfe des Textilherstellers Marc Boussac ein eigenes Modegeschäft eröffnen konnte. Nach dem beispiellosen Triumphzug der ersten Kollektion kannte Dior kein Halten mehr und entwarf wie besessen immer neue Modelle, Schnitte, Saumlängen und Rockweiten. Wie Offenbarungen wurden die halbjährlichen Anweisungen aus dem Hause Dior in der modebewussten Öffentlichkeit aufgenommen. Und wer wirklich en vogue sein und bleiben wollte, kam nicht umhin, mehrmals täglich das komplette Outfit zu wechseln und haarscharf zwischen Blütenkelch-Linie und “Schlangenlinie“, "Tulpenlinie", H-, A-und Y-Linien zu unterscheiden.
Obwohl manche Beobachter Diors elitäre Ausrichtung scharf kritisierten und im Fall der H-Linie sogar anatomische Argumente ins Feld führten („Dior will den Busen abschaffen!“), verzeichnete das Unternehmen astronomische Gewinne, die auch dem Umstand zu verdanken waren, dass der bisweilen hysterische, extrem abergläubische und doch geschäftstüchtige Modeschöpfer seine Aktivitäten auf die Kreation von Pelzen, Schmuck und vielen anderen Accessoires ausdehnte.
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