| Else Lasker-Schüler im Osnabrücker Felix-Nussbaum Haus (bis 09. September 2007)
Die Ernst Barlach Museumsgesellschaft Hamburg hat der „Dichterin, Zeichnerin und Rebellin“ ein umfangreiches Ausstellungsprojekt gewidmet, das in ungewohnter Form bis zum 3. September im Osnabrücker Felix-Nussbaum Haus zu sehen ist. Neben Fotografien und historischen Dokumenten werden hier eine Fülle von Originalzeichnungen und erstmals viele Briefe an Partner, Freunde und Weggefährten wie Herwarth Walden, Franz Marc oder Gottfried Benn gezeigt.
Else Lasker-Schüler: Zeichnung Big (93 k) auf Klick Das Phänomen Lasker-Schüler spiegelt sich so in unterschiedlichen Blickwinkeln. Da erscheint die exzentrische Künstlerin, die mit ästhetischen Konventionen bricht und sich als „Prinz (Jussuf) von Theben“ inszeniert, die Kommunisten und Anarchisten zu ihren Freunden zählt und öffentlich für freie Liebe und die Abschaffung des Paragraphen 218 plädiert. Auf der anderen Seite begegnen die Besucher der tief erschütterten Mutter, die vergeblich um das Leben des schwerkranken Sohnes kämpft. Dann sehen sie Lasker-Schüler durch die Augen des Malers Franz Marc, der seiner schwermütigen Freundin „Zitronenpferde und Feuerochsen“ schickt und einem Bild den Ratschlag beifügt: „Wenn Dich Dein Milieu zu sehr ärgert, besteige dies dunkle Roß und eile her.“ Schließlich begleiten sie die von den Nationalsozialisten Beschimpfte und Vertriebene nach Jerusalem, wo Lasker-Schüler 1945 stirbt, ohne in der „Welt, die verfinsterte“ noch einen Hoffnungsstrahl erblickt zu haben.
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