| Hermann Bäumer glaubt, dass mindestens diese drei Faktoren zusammengekommen sind, um Foerster aus dem Gedächtnis der Nachwelt zu drängen, und er gehört zu den wenigen, die darüber verlässlich Auskunft geben können. Denn Osnabrücks Generalmusikdirektor ist mit seinem Orchester gerade dabei, alle fünf Symphonien auf CD einzuspielen. Die beiden ersten, für die vom Verlag eigens neue Partituren erstellt werden mussten, sind in dieser Woche erschienen, bis zum 150. Geburtstag des Komponisten im Jahr 2009 wird der Zyklus vollständig sein. Außerdem spielt das Osnabrücker Symphonieorchester die Werke im regulären Konzertbetrieb..
Hermann Bäumer Eigentlich war Bäumer, der zurzeit auch mit Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an der Komischen Oper Berlin für Aufsehen sorgt und im Februar die Uraufführung von Thorsten Raschs Oper „Rotter“ in Köln leitete, nur auf der Suche nach „gutem Repertoire“ für eine CD-Aufnahme. Bei der Durchsicht zahlreicher Bücher und Partituren stieß er eines Tages auf Foerster und erkannte schnell, dass hier ein Schatz gehoben werden kann. „Das sind tolle, hervorragend komponierte Stücke, die natürlich vom tschechischen Idiom leben. Man findet aber auch harmonisch gewagte Stellen, und ich bin fest davon überzeugt, dass sich Gustav Mahler verschiedentlich von Foersters Ideen inspirieren ließ“, erklärt Bäumer. Wenn die Symphonien mitunter nicht wie Geniestreiche aus einem Guss wirken, sondern nach harter Arbeit und innerem Widerspruch klingen, findet der Dirigent das „unglaublich spannend“. Hier ist eben noch nicht alles abgerundet und zur Museumsreife gediehen, was die Einstudierung für das Orchester umso reizvoller und außergewöhnlicher macht.
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