| In den späten 30er und 40er Jahren war es vor allem John Ford, der dem Mann mit den stahlblauen Augen und dem durchdringenden Blick große Charakterrollen anvertraute. Ford prägte auch das Image des aufrechten Amerikaners, der sich von nichts und niemandem beirren ließ und auch im Wilden Westen so gradlinig seinem gesetzestreuen Weg folgte, dass sein zielgerichteter Gang zu einem Markenzeichen wurde. Fonda selbst nahm das Bild, das sich die Öffentlichkeit von ihm machte, stets mit der nötigen Portion Humor: „Ich bin wirklich kein Heiliger. Ich schätze mal, ich habe genauso viele Regeln gebrochen wie jeder andere. Aber mein Gesicht sieht einigermaßen ehrlich aus und wenn die Leute daran glauben - Hallelujah!“ Mit John Ford drehte er Kultstreifen wie „Der junge Mr. Lincoln“ und „Trommeln am Mohawk“ (beide 1939), „Früchte des Zorns“ (1940), „Faustrecht der Prärie“ (1946), oder „Bis zum letzten Mann“ (1948).
Auch in den 50er Jahren löste Fonda mindestens zwei Eintrittskarten für die ewige Ruhmeshalle der amerikanischen Filmgeschichte. In King Vidors monumentaler Tolstoi-Verfilmung „Krieg und Frieden“ (1956) brillierte er an der Seite der unvergessenen Audrey Hepburn, und in Sidney Lumets packendem Kinodebüt sorgte er als 8. von insgesamt „12 Geschworenen“ (1957) für Aufsehen. Die obligatorische Belohnung für herausragende schauspielerische Leistungen blieb ihm gleichwohl versagt, und auch den Versuch eines Imagewandels übersah die Oscar-Jury geflissentlich.
weiter bitte
zurück zur Übersicht bitte | |