| Wer ihn noch nie gesehen hat, besitzt keinen Fernseher und gehört überdies in die Kategorie Kinomuffel. Mehr Möglichkeiten, ihm dauerhaft zu entkommen, gibt es schlichtweg nicht, denn Heino Ferch verfügt über das seltene Talent, in genau den Filmen mitzuspielen, die noch Jahre später im Gedächtnis bleiben. Für seine eigene schauspielerische Leistung gilt das natürlich auch, denn die gutgemeinte Titulierung als „deutscher Bruce Willis“, die er selbst nicht gerne hört, wird sicher nur einer Facette seiner Persönlichkeit gerecht.
Anfang Juni kommt sein neuester Film „Ghetto“, der bereits vor anderthalb Jahren in Litauen gedreht wurde, in die Kinos. Ferch spielt in der Verfilmung des bekannten Theaterstücks von Joshua Sobol den Kommandanten der jüdischen Ordnungstruppen im Ghetto von Vilna, der in schwieriger Zeit die Gründung eines Theater betreibt. Heino Ferch setzt sich damit einmal mehr mit dem dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte auseinander, und wenn es in seinem Schauspielerleben überhaupt so etwas gibt, dann ist das wohl der rote Faden, der sich an verschiedenen Stationen wiederaufnehmen lässt.
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