| In seiner Geburtsstadt Dresden absolvierte Kästner die ersten Schuljahre und besuchte hier ab 1913 auch das Lehrerseminar, bevor er 1917 seine Einberufung zum Militärdienst erhielt. Der 18jährige Gefreite wurde schnell ein überzeugter Pazifist, er bestand 1919 das Kriegsabitur und begann noch im selben Jahr ein Studium der Germanistik und Theaterwissenschaften in Leipzig, das er 1921 in Rostock und Berlin fortsetzte und 1925 mit der Promotion zum Dr. phil. abschloss.
Während dieser Zeit veröffentlichte er seine ersten Gedichte und begann eine umfangreiche journalistische Tätigkeit, die ihn über die Redaktion des „Leipziger Tageblatts“ und der „Neuen Leipziger Zeitung“ 1927 wieder nach Berlin führte, wo er als Theaterkritiker und freier Mitarbeiter u.a. für die „Weltbühne“ und die „Vossische Zeitung“ arbeitete. In den folgenden sechs Jahren entstand eine Vielzahl der Bücher, die Kästner weit über Deutschland hinaus bekannt machten und ihn als amüsanten und moralisch integren, intelligenten und kritischen Beobachter seiner Zeit auswiesen: die Gedichtbände „Herz auf Taille“ (1928), „Lärm im Spiegel“ (1929) und „Gesang zwischen den Stühlen“ (1932), die unvergesslichen, aus heutiger Sicht aber manchmal etwas altbacken um das Ideal des „Musterknaben“ bemühten Kinderbücher „Emil und die Detektive“ (1929), „Pünktchen und Anton“ (1931) und „Das fliegende Klassenzimmer“ (1933) und der Roman „Fabian“ (1931), der als eine der faszinierendsten Bestandsaufnahmen der Weimarer Republik Jahrzehnte später auch die Anerkennung der Germanisten finden sollte.
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