| Dieses Konzept hatte auch Martin Spangenberg nach Osnabrück gelockt. „Das gibt es wirklich nirgendwo, dabei haben wir gerade im Bereich der Streichquartette ein sehr hohes Niveau in Deutschland. Es ist ganz wichtig, dass hervorragende junge Musiker in solchen Konzertreihen öffentlich auftreten können, und umgekehrt macht es auch die Kammermusik attraktiver“, meinte der 40jährige, der selbst mit Stardirigenten wie Sergiu Celibidache und James Levine musiziert und auch schon im legendären Bayreuther Festspielorchester gesessen hat.
In der niedersächsischen Provinz gefiel ihm die gute Organisation, vor allem aber die konzentrierte Arbeitsatmosphäre. „Eine hohe geistige Disziplin“ sei beim Musizieren in kleinen Formationen besonders wichtig, und davon profitiere schließlich auch die Arbeit im Orchester, als Solist oder als Pädagoge. Außerdem sorgten die Osnabrücker stets für gutes Essen - „und darauf legen Musiker wirklich extrem viel Wert“, gestand der Ausnahmeklarinettist, der allerdings ganz eindeutig zu schlank ist, um diese Behauptung auch persönlich beglaubigen zu können.
Für die Mitglieder des Abraxas-Quartetts, das vor drei Jahren in Berlin gegründet wurde, ging es vor allem darum, erste Festivalerfahrungen zu sammeln und das Zusammenspiel mit bereits bekannten Kollegen zu erproben. Doch die vier Streicher, die ihr Studium demnächst abschließen und dann möglichst zusammen Karriere machen wollen, waren nicht nur zum Lernen nach Osnabrück gekommen. „Am Anfang waren wir nicht ganz sicher, ob man uns als Studenten oder als Künstler eingeladen hat. Aber wir werden von den Kollegen wirklich voll akzeptiert und können ganz entspannt mit ihnen zusammenarbeiten“, erklärte Daniela Braun, die bei Abraxas die 1. Geige spielt.
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