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Stegemann über Lale Andersen

Thorsten Stegemann in der Virtuellen Kulturregion

Ein Leben als Lili Marleen
Das Schicksal der Lale Andersen

Ein einziges Lied prägt nicht nur den Großteil ihres künstlerischen Lebens, sondern auch das Erinnerungsvermögen der Nachwelt. Als „Lili Marleen“ 1941 erstmals im deutschen Soldatensender Radio Belgrad erklingt, wird die 1905 in Lethe geborene Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg zum internationalen Star, der sich von seinem größten Erfolg nie mehr erholen kann. Dabei hat sich die Frau, die 1929 ihren Mann und ihre drei Kinder verlässt, um in der Weltmetropole Berlin eine der vielen beispiellosen Karrieren zu starten, Anderes und möglicherweise Erfreulicheres vorgestellt.

Denn Liese-Lotte Helene Berta Bunnenberg distanziert sich früh vom geistigen Umfeld des Elternhaus, obwohl das seemännische Gewerbe des Vaters für sie zeitlebens eine bestimmende Rolle spielen wird. Schon im vergleichsweise zarten Alter von 13 Jahren entdeckt sie künstlerische Neigungen, die in Bremerhaven und auf den ostfriesischen Inseln, wo sie einen Großteil ihrer Kindheit und Jugend verbringt, gelegentlich Befremden hervorrufen: „Ich ging nicht mehr mit den Büchern von Johanna Spyri ins Bett, sondern mit Schiller oder Shakespeare (Reclam-Ausgabe, 30 Pf.) und auf meinem Wunschzettel stand einzig und allein das Wort: Lyrik. Meine verdutzten Eltern ließen sich vom Bremerhavener Buchhändler, dessen (Reclam-)Stammkundin ich war, erklären, daß Gedichtbände von Goethe, Rilke oder Edgar Allan Poe gemeint seien.“

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