| Leni Riefenstahl war zweifellos die erfolgreichste, ganz sicher aber auch die umstrittenste deutsche Regisseurin des 20. Jahrhunderts. Über ihre Rolle im Dritten Reich, dem sie mit berüchtigten Parteitagsfilmen wie „Triumph des Willens“ oder den Olympia-Dokumentationen „Fest der Völker“ und „Fest der Schönheit“ wenigstens kinematografische Weltgeltung verschaffte, wird bis heute kontrovers diskutiert.
Doch ganz so hoch wie in früheren Jahren schlagen die Wogen nicht mehr. Leni Riefenstahl scheint es gelungen zu sein, der deutschen Öffentlichkeit eine Imagekorrektur aufzuzwingen, die in anderen Ländern freiwillig vollzogen wurde. Heute gilt die Frau, die nach Kriegsende – aus genau entgegengesetzten Gründen – so angefeindet wurde wie sonst nur Marlene Dietrich, schon wieder als eine Art Kultfigur. Was nicht zuletzt daran liegen mag, dass sie am 22. August das biblische Alter von 100 Jahren erreicht.
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