| Er gehört seit vielen Jahren zu den gefragtesten Schauspielern, wenn es um die Besetzung starker Charaktere und großer Persönlichkeiten geht. Doch so beschäftigt wie in diesen Wochen und Monaten dürfte Liam Neeson selten gewesen sein. Am 3. März kommt sein neuester Film „Kinsey“ in die Kinos und erzählt die Geschichte des berühmten Sexualaufklärers, der im prüden Amerika vor einem halben Jahrhundert für Aufsehen und Skandale sorgte. Im kommenden Mai wird Neeson dann in Ridley Scotts Kreuzzugsdrama „Kingdom of Heaven“ und „Star Wars – Episode III“ zu sehen sein, bevor im Juni „Batman Begins“ die Kinokassen klingeln lassen soll. Anschließend kann der 1,90 große Schauspieler wieder sein Faible für historische Stoffe ausleben. Anjelica Huston hat Liam Neeson eine Rolle in der Verfilmung der Geschichte der Geschwister Scholl zugedacht, und Steven Spielberg sieht in ihm die Idealbesetzung für sein monumentales Leinwandepos über Abraham Lincoln.
Gegen eine erneute Zusammenarbeit mit Spielberg wird der Vielbeschäftigte nichts einzuwenden haben, denn ihm verdankt der Sohn einer Köchin und eines Hausmeisters schließlich den internationalen Durchbruch. Ohne die Regielegende wäre der 1952 im nordirischen Ballymena geborene Liam Neeson, der sich zunächst als Amateurboxer, Gabelstaplerfahrer der Guiness-Brauerei und Lehramtsstudent versuchte, zwar auch beim Film gelandet. Aber möglicherweise nicht in der ersten Reihe, denn der hünenhafte, nachdenkliche Schauspieler bot sich für den gelegentlich auffallenden, doch nie dominanten Nebendarsteller geradezu an. Dass er in dem Horrorfilm „Darkman“, den der spätere „Spider-Man“-Regisseur Sam Raimis Anfang der 90er inszenierte, einmal sein säureverätztes Unwesen treiben durfte, war denn tatsächlich die sprichwörtliche Ausnahme von dieser Regel.
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